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19.10.2014

Panel - Angewandte Akzeleration

with Helen Hester, Christopher Kulendran Thomas, Nick Srnicek and Armen Avanessian
19:00Mobiles StadtlaborKarlsplatz1040 Vienna
 
Angesichts des Klimawandels, zunehmender kultureller Homogenisierung, wachsender globaler Ungleichheit und der manifesten Indifferenz der Märkte gegenüber diesen Entwicklungen können selbst die hartgesottensten Verfechter des Neoliberalismus nicht mehr ernsthaft behaupten, der Kapitalismus sei das probate Vehikel des allgemeinen gesellschaftlichen Fortschritts oder gar dessen conditio sine qua non.

Weite Teile der politischen Linken neigen in Anbetracht
dieser Situation jedoch zu einem Blick zurück (Verzweiflung scheint heute die dominante Gefühlslage). Wie aber könnte demgegenüber aber ein tatsächlich progressives Denken und Handeln aussehen, das nicht bloß überkommenen
Autoritäten, Ideologien oder Institutionen verhaftet ist? Für den Akzelerationismus ist die Annahme entscheidend, dass wir am Beginn eines politischen Projekts stehen, und eben nicht am düsteren Endpunkt der Geschichte. Nur so lässt sich der um sich greifenden sozialen Depression und dem ständigen Herunterschrauben der Erwartungen an die Zukunft etwas entgegensetzen.

Das ViennaOpen Festival findet 2014 zum dritten Mal in Folge statt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der offenen Gestaltung von Design und Architektur, sowie offener Wissensvermittlung und Stadtentwicklung. Das Festival diskutiert aktuelle Projekte und Kollaborationen aus dem Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft, sowie der neuen kritischen Theorie.

Das ViennaOpen Festival ist das einzige Festival in Europa, das an der Schnittstelle zwischen Kunst, Design, Kultur und Gesellschaft mit einem Fokus auf offene Innovationsprozesse arbeitet. Waren es 2013 Aspekte von neuen Wirtschaftsmodellen und Gemeinschaften, die im Sinne der „Shared Economy" beleuchtet wurden, so liegt 2014 der Schwerpunkt auf dem Thema „Postdigitale Strategien in einer offenen Gesellschaft". Um diese Themen einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen und um neue Akzente in der Community und der Stadt zu setzen, werden in Vorträgen und Workshops praktische und angewandte Beispiele erarbeitet und diskutiert.