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24.4.2012

Monika Schmitz-Emans

Poesie der Potenzierung, Potenzierung der Poesie:

Zu Jean Pauls Spielformen einer „Poesie der Poesie“
18:00Freie Universität Berlin Raum L 113Habelschwerdter Allee 4514195 Berlin
 

Monika Schmitz-Emans - Ruhr-Universität Bochum,

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Ausgehend von der Schlegelschen Konzeption einer reflexiv geprägten‚ progressiven Universalpoesie' und der programmatischen Formel von einer ‚Poesie der Poesie' sowie von der in Jean Pauls „Vorschule der Ästhetik" angestellten Erwägung, das Wesen der Dichtung lasse sich letztlich allein dichterisch darstellen, sollen Schreibverfahren Jean Pauls als Potenzierungsverfahren beleuchtet und ein (unvollständiger) Katalog von Potenzierungsgegenständen, -ebenen und -strategien erstellt werden. Prominente Anlässe ihres Einsatzes sind das Schreiben über Kunst, das Schreiben über Wörter und Sprache sowie das Schreiben über das Schreiben. Aber auch Textpassagen, in denen dies zumindest nicht explizit geschieht, dokumentieren die tragende Bedeutung des Potenzierungsprinzips. Einzelne Abschnitte gelten u.a. folgenden Themen:

Texte über Texte, Bilder von Bildern -

mise-en-abyme-Strukturen als Gegenstände der Beschreibung (oder: „Das Wirtshaus zum Wirtshaus") -

Wortspiele über reflexive Potenzierungen (oder: „das Reflektieren auf die Reflexion einer Reflexion über eine Bürste") -

Exzerpte von Exzerpten (oder: „Die Taschenbibliothek") -

Listen in Listen (oder: „Heischesätze – Apophtegmen – Philosopheme ...") -

Ausschweifungen über Ausschweifungen (oder: „Honigmonate" des Erzählers) -

Enzyklopädien des Enzyklopädischen (oder: Alphabete und „Wahnsinnige Sprünge") -

Metaphern der Metapher (oder: „das tropische Beseelen und Beleiben").

 

Vortragsreihe Poetik