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Metanoia

Spekulative Ontologie der Sprache
Armen Avanessian
Anke Hennig
 
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‚Ich lese die Welt mit neuen Augen.' Jeder von uns hat einmal die Erfahrung gemacht, dass er nach der Lektüre eines Buchs nicht mehr derselbe war. Wir alle kennen Sätze wie den hier zu Beginn stehenden und haben uns und andere schon als Reaktion auf ein Buch sagen hören: ‚Danach war ich ein anderer' oder ‚Dann habe ich erst verstanden, dass ...'.

Metanoia ist ein solches ‚Neues Sehen' oder eine neue Anschauung. Denn die Welt mit neuen Augen zu betrachten, bedeutet, dass sich das Denken ein für alle Mal gewandelt hat. Metanoia berührt und schafft den existenziellen Kern jeden Denkens. Wie aber lässt sich eine solche fundamentale Transformation des Geistes beschreiben?

Wir diskutieren literatur- und sprachwissenschaftliche Diskurse sowie Kognitionstheorien auf der Suche nach Instrumenten, die uns ein Denken von Metanoia erlauben. Insbesondere in Auseinandersetzung mit der sprachanalytischen Philosophie entwickeln wir Thesen zu einer Sprachontologie und einem sprachlichen Bewusstsein, die das poietische Moment der Sprache in seiner welterschließenden und das Denken verändernden Funktion hervorheben.

 
Erschienen Oktober 2013 • ISBN