Programmatik des Projekts
Spekulative Poetik

Punkt 4

Weder aisthesis (Wahrnehmung der Welt) noch noiesis (Denken der Welt) gibt es ohne poiesis. Deswegen bedarf eine Sprachtheorie einer Poetik des Denkens. Die von der ästhetischen und bildwissenschaftlichen Hegemonie geprägte Philosophie übersieht die poietische Dimension der Sprache, also ihre weltschaffende Funktion. In Sprache und Denken stets ein poietisches Moment aufzuweisen richtet sich gegen eine Ästhetisierung von Theorie. Der Versuch einer Poetisierung der Philosophie verwirft den Dualismus von Sinnlichkeit und Denken, der die Philosophie seit Erfindung der Ästhetik prägt. Es geht darum Alternativen zu einem seit mehr als 200 Jahren ungebrochen und notwendig korrelationistischen Ästhetischen Regiment zu finden.