Programmatik des Projekts
Spekulative Poetik

Punkt 9

Das Denken sowie Schreiben – und Hegel zufolge auch das Lesen – nicht einfach prädikativer, sondern spekulativer Sätze bedeutet für das Subjekt eine Drift. Unsere (meta-noietischen) Lektüren, machen uns zu denen, die wir sind, ebenso wie diese Transformation im Schreiben ihren Ort hat – in einem Überschreiben, in einer Selbstüberschreibung des Subjekts, das im Zuge dessen ein anderes geworden ist (einer Überschrift in der Wissen für das Subjekt wahr wird). Die Konsequenzen einer entsprechenden poietischen Wahrheit sind immer auch ethischer Natur, etwa wenn die Transformation die das Subjekt durch sein Lesen und Schreiben erfahren hat, sein Handeln neu bestimmt (Poetonomie). Diesseits der akademischen Autonomie-Ästhetik ist der Übergang von der lokalen ethischen Situation des Subjekts zu globalem Handeln die Voraussetzung für jedes emanzipatorische und transformative politische Handeln die Voraussetzung für jedes emanzipatorische und transformative politische Handeln. Eine der Grundthesen des Akzelerationismus ist demnach, dass eine Lösung der gegenwärtigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Probleme nur als Umgestaltung einer in ihre ganzen Komplexität zu verstehenden Welt möglich ist.