Programmatik des Projekts
Spekulative Poetik

Punkt 6

Mit Walter Benjamin lässt sich aus der Begrenztheit unserer Erfahrung, ihrer Krise und schließlich Verunmöglichung in der Moderne auch positiv auf die Notwendigkeit einer seit der Romantik virulenten Semontologie und spekulativen Poetik schließen. Poiesis schafft jene Möglichkeiten, die zu Bedingungen von Erfahrung werden können und ihr spekulatives Moment entwickelt Möglichkeiten eines Zugangs zu (absolutem) Wissen. Spekulativer Materialismus wählt zur Erklärung dessen, was ist, keinen Begriff der Äquivalenz, keine Philosophie des Werdens und keine Wissenschaft von Kausalerklärungen, sondern einen experimentellen Weg. Fakten sind kontingent (und zwar notwendig). Dies ist der Ort einer Poetik: Etwas zu schaffen, das nicht als notwendig verstanden werden konnte, bevor es geschaffen wurde; das in seiner Entstehung nicht kausal zu begründen ist, sondern den Zufall als sein Modell zu haben scheint; und das schließlich in diesem künstlerischen Akt von Poiesis einen Raum der Wahrheit eröffnet.